Aupair werden – mit oder ohne Agentur?

Bevor es mit meiner kleinen Auflistung losgeht, möchte ich noch ein, zwei Worte loswerden: es handelt sich hierbei um meine persönlichen Erfahrungen, die allerdings mit denen meiner Aupair-Freundinnen zum größten Teil übereinstimmen. Ich habe 9 Monate als Aupair in Madrid (Spanien) verbracht und habe dort einmal die Familie gewechselt. Die meisten meiner Freunde blieben ebenfalls nicht die gesamte Zeit bei nur einer Familie, weil oftmals nicht nur verschiedene Kulturen und Charaktere, sondern auch unterschiedliche Vorstellungen vom Leben aufeinander treffen, die nicht zueinander passen. Man kommt ja auch im Alltag nicht mit jeder Person gleich gut klar.

 

1. Mit einer Agentur

Ich persönlich habe meine Suche zunächst mit einer Agentur begonnen, da ich auf vielen Plattformen im Internet gelesen habe, dass es sich dabei um den sichersten und einfachsten Weg handelt, die passende Familie zu finden und die Agenturen auch bei Problemen zur Verfügung stehen. Sehr schnell habe ich allerdings gemerkt, dass die Agentur vor allem auf mein Geld aus war und nicht wirklich interessiert daran, mir eine schöne Zeit in einer anderen Familie zu bescheren. Der Bewerbungsprozess sollte ein paar Monate vorher stattfinden, weil die Agenturen nicht von heute auf Morgen etwas für dich haben (müssen). Daher denke, dass dies keine Option für dich ist, wenn du kurzentschlossen ins Ausland gehen möchtest.

Zu meiner Bewerbung musste ich einen Fragebogen mit meinen Wunschstädten und -kriterien beifügen. Unter anderen konnte man angeben, ob man in eine ländlichere Gegend, eine Kleinstadt oder eine Großstadt gehen möchte. Ersteres habe ich dabei nicht angekreuzt, ansonsten war ich – auch bei den restlichen Fragen – recht offen, da es nicht unbedingt eine so große Stadt wie Madrid werden musste. Aus diesem Grund habe ich der Agentur eigentlich genug Spielraum gelassen, etwas für mich zu finden. Schnell bekam ich auch ein paar Familien vorgestellt, die ebenfalls an mir interessiert waren, und deren Wohnort mir als „Vorstadt von..“ angepriesen wurde. Beim Skypegespräch (das ist üblich, um sich kennenzulernen) stellte sich allerdings heraus, dass alle drei Familie in „der Pampa“ wohnen, wo der Bus zur nächsten größeren Stadt 3x am Tag kommt und die Fahrt ca. 2,5 Stunden dauert. In meinem Wortschatz handelt es sich dabei weder um eine Groß-, noch um eine Kleinstadt. Also entschied ich mich, meine Suche ohne Agentur weiterzuführen.

Vorteile: weniger Arbeit und Zeitaufwand, Sicherheit, ein Ansprechpartner in der Fremde

Nachteile: Preis, weniger Entscheidungsfreiheit, keine Garantie, nichts für Kurzentschlossene

 

Zu den folgenden Tipps sollte dazu gesagt werden, dass sie nur innerhalb Europas anwendbar sind, da man das Visum für ein nicht europäisches Land (Australien, USA, Kanada) nur bekommt, wenn man über eine Agentur vermittelt wurde.

2. Mit Aupair-World

Im Internet bin ich zufälligerweise auf die Seite Aupair-World gestoßen. Es handelt sich um eine kostenlose Community, der man als Aupair betreten kann. Nur die Familien, die einem gezeigt werden, müssen für diesen Dienst bezahlen. Hier erstellt man sich ebenfalls ein Profil, welches ähnliche Daten enthält wie bei einer Bewerbung für eine Agentur, sodass keine zusätzliche Arbeit auf mich zukam. Schnell trat ich in Kontakt mit Familien aus Madrid und Barcelona und fand auch ein paar Madrilenen die auf den ersten Blick zu mir passten. Wir skypten, ich schrieb mit dem alten Aupair und buchte ein paar Tage später bereits den Flug. Allerdings stellte sich direkt nach der Ankunft heraus, was sowohl die Mutter als auch das ehemalige Aupair in ihren Nachrichten verschlüsselt zum Ausdruck bringen wollten: „das Kind braucht Zeit, sich an Fremde zu gewöhnen“ heißt so viel wie, dass sie dich auf unbestimmte Zeit nicht akzeptieren und erst zum Ende deines Aufenthaltes ein klein wenig an sich heran lassen wird. Es ist normal, dass sowohl du als auch deine Familie sich positiver darstellen, als es dann im Endeffekt der Realität entsprechen wird. Auch ist es normal, dass manche Kinder eine kleine Eingewöhnungszeit benötigen. Allerdings sollte man lernen die „Hieroglyphen“ zu lesen und zu verstehen, damit es dann beim nächsten Aufenthalt besser wird/ anders läuft. Nachdem das Kind ziemlich respektlos seinen Mitmenschen gegenüber war und die Eltern sich darum nicht kümmerten, entschieden wir uns nach einem Monat dazu, getrennte Wege zu gehen.

Vorteile: Entscheidungsfreiheit, Preis

Nachteile: Man stellt sich besser dar

 

3. Über Facebook-Gruppen

Zu dieser Zeit war ich bereits einigen Aupair Gruppen auf Facebook beigetreten und habe festgestellt, dass wirklich sehr viele Familien auf diesem Weg ihr neues Aupair suchen. „Die Freunde meiner Gastfamilie suchen für ihre 3 Kinder ein Aupair; zentrale Lage“ – so oder so ähnlich klangen die Posts. Richtig, anderen Aupairs vermitteln dich sozusagen. Meiner Meinung nach die beste Möglichkeit, um wirklich realistische Informationen zu erhalten, da Aupairs selbst am Besten wissen, worauf es zu achten gilt. Allerdings ist diese Art von Netzwerk nicht in jedem Land gleich gut ausgereift. Ich rate dir aber, einfach in die Suchfunktion bei Facebook „Aupair + Stadt“ einzugeben, um herauszufinden, ob diese Option dir überhaupt zur Verfügung steht.

Da die meisten Gespräche in einer recht lockeren Atmosphäre bei einem Kaffee oder einer Cola stattfinden (oder per Skype, falls du noch nicht vor Ort bist), fallen lästige Bewerbungsprozesse weg. Es könnte natürlich sein, dass deine Gastfamilie trotzdem ein paar Referenzen sehen möchte. Diese Möglichkeit bietet sich auch hervorragend für Kurzentschlossene an, die spontan in ein anderes Land reisen möchten.

Vorteile: realistische Informationen, auch für Kurzentschlossene

Nachteile: Nicht in jeder Region gleich gut entwickeltes Netzwerk

 

Wenn ich noch einmal als Aupair ins Ausland gehen würde, wäre es wohl für über eine Aupairseite bei Facebook.

Wie würdest du deine Suche gestalten? Teile mir deine Erfahrungen in den Kommentaren mit!:)

2 Kommentare

  1. Schöne Übersicht.
    Wenn ich ganz neu wäre, würde ich auch mit einer Agentur suchen. Ich würde mich da einfach sicherer fühlen, wenn ich einen Ansprechpartner habe.

    Beim zweiten Mal könnte ich es alleine wagen.

    Aber nunja. Ich buche nach zig Jahren auch immer noch meinen Urlaub im Reisebüro und nicht auf eigene Faust 😮

  2. Ohne Agentur einfach mal weg, dass wäre mir zu unsicher:)

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