Gedanken an Istanbul – Veränderungen auf Reisen

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Reisen. Du würdest diesen Artikel wohl nicht lesen, wenn nicht auch du dich für dieses Thema interessierst. Jeder von uns hat andere Vorlieben und Vorstellungen. Manche mögen es ruhiger, andere bevorzugen das pure Abenteuer. Welcher Reisetyp bist du? Teile deine Erfahrung in den Kommentaren!

Dieser Beitrag ist ein Teil des Projekt 360, welches von Igor ins Leben gerufen wurde. Igor bloggt auf 7Kontinente über die Selbstfindung auf Reisen und berichtet dir auf seine ganz persönliche Art und Weise von seinen Abenteuern. Schau auf jeden Fall bei Igor von 7Kontinente vorbei!

 

Warum reisen wir überhaupt? 

Die Beweggründe, weshalb wir reisen sind unterschiedlich. Jeder entscheidet das für sich selbst. Am Ende haben all diese Motive allerdings eines gemeinsam: sie bewirken eine Veränderung. Sei es im Gemütszustand, der Laune oder der Denkweise. Neue Orte, anderes Klima und unbekannte Menschen verleiten uns häufig zum Nachdenken, zum Sachen Überdenken. Oft führt dies dazu, dass wir mit einer Horizonterweiterung wiederkehren. Manchmal ist diese jedoch nicht von besonders langer Dauer.

Doch was bewegt uns Menschen überhaupt zum Reisen?

Auf physischer Ebene erhoffen wir uns erholsame Tage und Entspannung, die zur physischen Entlastung und Selbstfindung führt. Außerdem möchten wir unsere Abenteuerlust stillen. Wie du dein Fernweh stillen kannst, wenn du gerade Mal nicht auf Reisen bist, gibt’s hier zum Nachlesen. 

 

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Das gemeinsame Abteuer stellt ein weiteres Motiv dar. Auch wenn viele sich heutzutage dazu entschließen, alleine zu reisen. Wie es ist, als Frau alleine zu reisen, liest du hier.

Kulturell betrachtet interessieren wir uns an (Weiter-)Bildungen und dem Kennenlernen neuer kultureller Kreise. Es gibt auch Reisende, die sich aus Gründen der Anerkennung auf den Weg machen, um anschließend zu berichten, wie wunderbar es doch war.

 

Warum du unbedingt mehr Reisen solltest

…und wenn du es schon tust: warum du unbedingt deine Freunde und Bekannten vom Reisen überzeugen solltest. Hand auf’s Herz: wie oft reist du im Jahr? Und wie oft würdest du eigentlich gerne das Abenteuer wagen, hast am Ende dann aber leider keine Zeit oder kein Geld dafür?

Die Welt muss nicht unbedingt teuer sein. Als ich in Thailand war, habe ich definitiv weniger ausgegeben, als dies in einem Monat in Deutschland der Fall gewesen wäre. Mein Thailand-Abenteuer kannst du hier und hier gerne nacherleben.

 

 

Insbesondere, wenn dein Weg dich nach Südostasien oder Südamerika führt, sind die Lebenshaltungskosten oft günstiger als in Europa. Natürlich gibt es auch da Ausnahmen und jeder reist auf einem anderen Niveau. Doch im Allgemeinen kann man sagen, dass das teuerste meistens der Flug ist und du vor Ort mit weniger Geld als in der Heimat auskommst.

Erst weit weg von zu Hause lernst du dich wirklich kennen. Die Gespräche, die du mit den Einheimischen führst, die neuen Sicht- und Denkweisen, die du im Kopf und im Koffer zurückbringst. Du merkst, was du willst und wie du auf andere wirken möchtest. Wenn du deine Homebase niemals verlässt, wirst du deinen Horizont nicht erweitern können. Wage den Schritt und reise. Gerne auch alleine, um unabhängiger zu sein. Hast du dieses Abenteuer schon einmal gewagt?

 

Ziehe in ein anderes Land

Vielleicht ist ein längerer Aufenthalt im Ausland genau das richtige für dich? Finden wir es gemeinsam heraus! Zwar war Thailand ein Abenteuer. Doch es war viel zu kurz. Auch wenn ich mit neuen Erkenntnissen nach Hause gekommen bin, hätte ich mir gewünscht, noch viel mehr Zeit vor Ort verbringen zu dürfen.

 

 

Es ist etwas ganz anderes, ob man sich eine Region für einen gewissen Zeitraum anschaut oder in der Stadt lebt. Wenn du dich dazu entscheidest, für längere Zeit ins Ausland oder eine andere Stadt zu ziehen, wirst du viel mehr Möglichkeiten haben, ein Land zu entdecken.

Du wirst Orte kennenlernen, die dich prägen und Ecken entdecken, die dich zum Nachdenken bringen. Dich erwartet eine andere Mentalität, ein anderer Lebensstil. Manchmal stoßt du auf Chaos, manchmal auf pure Erholung. All diese Erlebnisse wirst du so intensiv wahrnehmen. Jeden Tag erwartet dich etwas neues. Und einiges Tages merkst du, wie du die Welt mit ganz anderen Augen siehst. Du nimmst Dinge anders wahr, dein Charakter und dein Denken verändern sich.

Jeder Auslandsaufenthalt lässt dich reifen und bringt dich weiter im Leben. Nicht nur deine Persönlichkeit wird sich verändern, du wirst dich selbst besser kennenlernen. Aus diesem Grund kann ich dir nur ans Herz legen, einmal das Abenteuer zu wagen und aus deiner „Comfort zone“ – wie es so schön heißt – herauszukommen. Trau dich! Du wirst es nicht bereuen.

 

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Meine Erlebnisse in der Türkei

Deshalb bin ich sehr dankbar für die Zeit, die ich in der Türkei verbringen durfte. Ich hab fast 7 Monate lang in Istanbul gelebt und studiert. Es war die bisher erlebnisreichste Zeit meines Lebens, die mich sehr viel gelehrt hat. Vielleicht erwartest du jetzt einen Bericht darüber, wie schlimm dieser Aufenthalt doch war. Allerdings muss ich dich enttäuschen, denn dieser Beitrag soll genau das Gegenteil thematisieren.

Wenn du meinen Blog regelmäßig verfolgst, weißt du, dass ich mein Herz in Istanbul verloren habe. Diese pulsierende Metropole am Bosporus hat es mir angetan. Ich habe noch nie so hilfsbereite und höfliche Menschen kennengelernt, wie in meiner Zeit in der Türkei. Es ist immer etwas los, der Verkehr und der Trubel sind Fluch und Segen zugleich. Mich hat dies jedoch glücklich gemacht.

 

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Wenn ich an die Zeit zurückdenke, schlägt mein Herz schneller. Nicht aus Angst, sondern aus Liebe. Ich sage immer, wenn mir jemand einen Job in Istanbul anbieten würde, wären meine Koffer eine Stunde später gepackt und ich würde mich auf den Weg zum Flughafen machen. Warst du schon einmal in Istanbul? Wie hat es dir gefallen?

 

Was ist gelernt habe

Türkei in den Medien

Ich habe gelernt, dass ich nicht immer einfach auf das, was die Medien berichten hören werde. Viele meiner Kommilitonen aus Deutschland waren aufgrund der medialen Berichterstattung verunsichert. Ich habe nicht eine Sekunde an dieser Entscheidung gezweifelt und bin froh, dass ich mich nicht beeinflussen lassen habe. Zumal es in Paris statistisch gesehen zu der Zeit viel gefährlicher war. Und trotzdem reisen alle noch nach Paris.

Natürlich hat jeder hier seine eigene Meinung. Ich hatte in meinem Umfeld in Istanbul aber das Gefühl, dass ich mit meiner Einstellung zum diesem Thema nicht alleine dastehe. Hier habe ich dir von meinen Erfahrungen mit medialer Berichterstattung, die den Tourismus in manchen Ländern stark gefährdet, erzählt. Lies gerne rein, vielleicht regt es auch dich zum Nachdenken an.

 

 

 

Türkische Unis

Außerdem habe ich das universitäre System in Deutschland schätzen gelernt. Das Bildungsniveau ist nicht überall auf der Welt gleich und entspricht nicht immer denselben Kriterien und Anforderungen. So kann es in einem Auslandssemester oft passieren, dass du in der Uni Dinge lernst, die du bereits in der Schule durchgekaut hast.

So war es bei mir im Fach Statistik. An einer deutschen Hochschule wirst vorausgesetzt, dass du statistische Grundlagen bereist in der Schule gelernt hast. An meiner Universität in Istanbul wurden diese bereits während der Schulzeit erworbenen Kenntnisse in Statistik I. durch genommen.

In vielen nordischen Ländern ist das Lernniveau hingegen so hoch, dass unser in Deutschland erlerntes Vorwissen oft nicht ausreicht. Häufig muss man viel Arbeit und Zeit ins Lernen investieren.

 

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Türkische Mentalität

Ich habe außerdem die kleinen Dinge schätzen gelernt. Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Oft hat es mir einfach nur gereicht, irgendwo auf einer Bank in Bosporus-Nähe mit etwas leckerem zu Essen zu sitzen und dem Geschehen zuzusehen. Istanbul hat so vieles zu bieten, dass dies nie langweilig wurde.

Immer wieder neue Menschen, die ihren Weg routiniert verfolgen. Immer wieder hektische Wege vom Bus oder der Bahn in die Fähre. Immer wieder neue Verkäufer, die Wasser, Tee oder Simit verkaufen. Immer wieder erneutes Autohupen oder laute Rufe. Immer wieder Stau und Motorengeräusche. Immer wieder Hochzeitsanträge mit Blick auf den Bosporus und musikalischer Untermalung im Hintergrund. Immer wieder der Wellengang des Bosporus, der Fischgeruch und die vielen Angler. Manch einer würde dies als Chaos bezeichnen, doch für mich und viele andere war das, was Istanbul ausgemacht hat.

 

 

Istanbul und das Chaos

Ich habe gelernt, ruhiger zu sein. Das klingt vielleicht wie das Gegenteil zum chaotischen Alltag in Istanbul. Früher habe ich mich aufgeregt, wenn der Bus zu spät kam. Denn automatisch habe auch ich es nicht mehr pünktlich geschafft. In der Türkei habe ich gelernt, dass der Bus, der Verkäufer und die Mitarbeiter in Behörden kommen, wenn es soweit ist.

Ich habe dadurch gleichzeitig gelernt, dass es Dinge gibt, die ich nicht ändern kann. Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe, passieren – ob ich das möchte oder nicht. Deshalb bringt es nichts, sich darüber aufzuregen. Manches nimmt einfach von alleine seinen Lauf. Und am Ende wird alles gut. Oder wie sagt man? Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

 

 

Wie du Einheimische glücklich machst

Es ist wichtig, die Landessprache zu sprechen. Mir ist aufgefallen, dass Einheimische einem offener entgegenkommen, wenn man nur ein paar Sätze in der Landessprache sprechen uns verstehen kann. Insbesondere auf den vielen Märkten in der Türkei kann man super Schnäppchen machen, wenn man auf Türkisch verhandeln kann.

Das habe ich immer wieder erlebt, wenn deutsche Touristen etwas kaufen wollte, aber nicht bereit waren, auch nur „Hallo“ auf Türkisch zu sagen. Oder sogar in Euro zahlen wollten. Wenn du sparen möchtest, lern die Zahlen sowie die grundlegenden Sätze. Wie oft die Verkäufer überrascht waren, mich ausgefragt haben, woher die Kenntnisse kommen und wir beide am Ende mit einem Lächeln nach Hause gehen konnten. Ich, weil ich günstig einkaufen konnte und der Verkäufer, weil ich seiner Kultur und seiner Sprache den nötigen Respekt entgegen gebracht habe.

 

Welche Reise hat dich am Meisten geprägt?

Teile deine Geschichte in den Kommentaren!

 

 

5 Kommentare

  1. Sarah sagt: Antworten

    Ein toller Post und so wahre Worte!
    Ich liebe Reisen und mich verändert jede Reise ein Stück.
    Am meisten hat mich meine Australienreise verändert. 3 Monate ganz alleine mit Rucksack, das war sehr cool! Und bald werde ich wieder mindestens 6 Monate unterwegs sein 🙂

    Liebst, Sarah von Belle Mélange

    1. Izabela sagt: Antworten

      Das klingt doch interessant! Wohin geht es demnächst? Viel Spaß schon Mal 🙂

      1. Sarah sagt: Antworten

        Ich werd erst nach Neuseeland, dann nach Westaustralien, Indonesien und so weiter 🙂 Mal sehen wohin es mich führt. Freu mich auch schon riesig <3
        Liebst, Sarah von Belle Mélange

  2. Toller Beitrag. Ich reise leider zeitlich bedingt viel zu wenig. Lg

  3. Larissa sagt: Antworten

    Wundervoller Post! Regt definitiv zum Nachdenken an. Ich finde jede Reise führt ein Stückchen mehr zu seinem Charakter. Denn man lernt sich in den unterschiedlichsten Situationen neu kennen. Man erweitert zudem seinen Horizont und gewinnt wie du es auch selber sagst an Reife dazu 🙂
    Liebe Grüße
    Larissa

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