Instagram Twitter, Facebook & Co. – Illusion oder Wahrheit?

Bevor ich gleich frühstücken gehe,  möchte ich an dieser Stelle einmal meinen Gedanken freien Lauf lassen. Inspiriert wurde ich dazu von dem lieben Alex von Alexblocktravels, der auf seiner Instagram-Seite gefragt hat, wieso du und ich diese Plattform überhaupt nutzen. Meine Antwort auf die Frage ließ nicht lange auf sich warten und lautete wie folgt:

„I only follow Instagram accounts about #food and #travel. It’s nice to see how beautiful the world can be and how delicious a normal plate of soup can look like. Furthermore Instagram for me turned out to be the number one source to find the most realistic pictures about restaurants, hotels, places and so on. Besides of all this I love to share nice shots I have taken to get a feedback and be part of this „the world is a beautiful and delicious place“-society.“

5 Gründe, wieso wir unser Leben öffentlich leben

Das ist also meine Insipiration, Instagram zu nutzen. Weitergehend habe ich aber einmal etwas tiefgründiger darüber nachgedacht. Muss eine gewöhnliche Suppe wirklich wie das teuerste und edelste Essen im 5-Sterne-Restaurant aussehen? Kann man sie nicht einfach in einem ganz normalen, schlichten Suppenteller genießen? Muss diese Suppe überhaupt mit der gesamten Welt geteilt werden? Ja, das muss sie in unserer heutigen Gesellschaft.

Hier kommen 4 Gründe, wieso wir unseren Mitmenschen so vieles mitteilen möchten:

  • Angeben und sich mit anderen messen
  • Der Drang, sich mitzuteilen
  • Erinnerungen schaffen
  • „Die anderen tun es doch auch“

Wir leben aktuell also in einer Gesellschaft, in der uns das Leben unseres Nachbarn, unserer Kollegen und sogar unseres Chefs interessiert. Wir möchten den Stars folgen, an atemberaubende Orte mitgenommen werden und uns fühlen, als wären wir Teil ihres Lebens. Und dabei kennen sie uns oft nicht einmal. Wir hingegen wissen alles über sie. Ob wir das nun wollen oder nicht.

Wie Instagram & Co Illusionen schaffen.

Doch, was hat dieses Thema nun auf einem Reiseblog zu suchen, fragst du dich vielleicht. Ich persönlich nutze Instagram, um dir die schönen Seiten des Lebens zu zeigen. Man teilt im Normalfall nichts absolut Negatives aus seinem privaten Leben in sozialen Medien. Natürlich gibt es auch da wieder Ausnahmen, aber die sind, meiner Meinung nach, eher selten. Somit zeige auch ich dir nur die schönsten Momentaufnahmen, aber nicht wirklich wie ich es aktuell in meinem Inneren aussieht.

 


Bei diesem Instagram-Shot (folg‘ mir doch: unsettleddestination) hatte ich innerlich, zum Beispiel, eher gemischte Gefühle. Der Moment als solcher war wirklich perfekt: die Sonne, das Meeresrauschen, der Strand – alles passte zu diesem Zeitpunkt. Allerdings verlief dieser Tag an sich nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Doch das sieht man auf diesem Foto nicht. Aber da habe ich mir wieder die Frage gestellt: muss man das sehen? Ist es nicht gut, dass, sozusagen, eine Illusion entsteht, die dir einen schönen Sonnenuntergang präsentiert?

Oder sollte ich dem Foto, das in seiner Natur eigentlich ansehnlich ist, einen nicht so attraktiven Titel gegeben? Der, noch dazu, zu dem Gezeigten gar nicht passen würde. Wie zeigt man überhaupt mit Fotos, dass es einem nicht gut geht oder, dass man einen schlechten Tag hatte? Zeigen wir auf Instagram und Co nur unsere tollen Momente, weil wir es so wollen oder weil man schlechte Erlebnisse gar nicht so einfach in Fotos fassen kann? Natürlich könnte ich ein kaputtes Mofa fotografieren und sagen, ich hatte einen Unfall (keine Sorge, das ist nur ein Beispiel). Aber nicht immer ist es so einfach, die Ursache fotografisch festzuhalten.

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Also: muss man eine gewöhnliche Suppe auf Facebook oder Snapchat teilen? Und muss diese perfekt aussehen? Teilen wir nur die perfekten Sachen, weil Negatives schwerer zu verarbeiten und sogar schwerer festzuhalten ist? Was teilst du? Teil mir deine Meinung dazu doch gerne in den Kommentaren mit!

Wie Instagram & Co die Wahrheit ans Licht bringen

Ein weiteres Thema, das ich bereits in meinem Kommtar bei Instagram angesprochen habe, ist, dass diese Plattformen die „Warheit“ repräsentieren. Natürlich lässt sich auch hier wieder streiten, ob es sich dabei um die Wahrheit handelt oder nicht. Wenn ich aber nach einem Restaurant suche, ein bestimmtes Gericht oder eine Stadt sehen möchte, gebe ich das als #Hashtag bei Instagram ein und lasse mir die „Realität“ zeigen.

Bei vielen Bewertungsportalen entsprechen nicht nur die Fotos, sondern auch die Bewertungen nicht immer der gesamten Wahrheit. Auf diese Weise, so bilde ich mir zumindest ein, erhalte ich ein annährend der Realität entsprechendes Bild und kann mir meine eigene Meinung bilden.

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Ich habe mich darüber bereits mit ein paar Leuten unterhalten und festgestellt, dass ich nicht die Einzige bin, die das tut. Doch auch hier muss man natürlich schauen, wer diese Bilder veröffentlicht. Sind es Reiseveranstalter, Hotelbesitzer oder Leute, die aus deinem Besuch vor Ort Profit schlagen? Oder sind es Menschen wie du und ich, die dort tatsächlich nur zu Abend gegessen oder Urlaub gemacht haben?

Die Konsequenzen der Internet-Gesellschaft

In unserer heutigen Zeit geht es nämlich nicht ausschließlich um’s Angeben, aber auch darum, Gewinne zu erzielen. Ob es nun Likes und „Gefällt mir“-Angaben sind oder Geld eine Rolle spielt. Jeder hat seine Gründe, wieso er etwas öffentlich präsentiert, ohne vielleicht einenen Moment über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Niemand denkt daran, dass ein bestimmtes Wort jemanden vielleicht verletzen und ein Foto traurig oder eifersüchtig machen kann.

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Wir zeigen unser vermeitlich perfektes Leben und schaffen damit eine Illusion. Diese kann andere an ihrem eigentlich normalen, aber dadurch langweilig wirkendem Leben zweifeln lassen. In einem Kurs in der Uni haben wir neulich darüber gesprochen, wie das Internet einen einsam machen kann. Und das, obwohl man 600 Facebook-Freunde und 1200 Instagram-Follower hat.

Die Illusion des Internets lässt uns manchmal die wirklich wichtigen Dinge im Leben vergessen. Ja, ich gebe es zu, auch ich fotografiere fast alles, was ich esse und nehme dabei in Kauf, dass diese Mahlzeit eventuell kalt wird. Ich könnte jetzt noch stundenlang Beispiele nennen, aber mich interessiert deine Meinung dazu, also ab damit in die Kommtarbox, wenn du magst!

 

 

2 Kommentare

  1. Sehr gutes und vielseitiges Thema wie ich finde. Ich muss sagen dass ich erst seit einem Jahr ein Smartphone habe und erst seit Mai diesen Jahres Instagram. Das hat hauptsächlich mit dem bloggen zu tun. Früher hatte ich nicht das Bedürfnis Fotos auf Instagram zu Posten oder sogar meinen Freunden in Whatsapp zu schreiben. Aber ohne WhatsApp geht es zum Beispiel fast gar nicht mehr, allein schon wenn ich an meine neue Schule/Klasse denke, da haben wir eine Gruppe mit 27 Leuten (was ich wirklich krank finde, früher hatte man eine Facebook Klassenguppe,wenn überhaupt!) in der wir uns austauschen und gegenseitig helfen. Bei instagram ist es so, dass ich einfach aus Gruppenzwang mit drauf gesprungen bin und als Reiseblogger hat man ja auch immer noch Fotos die es nicht auf den Blog geschafft haben oder man macht eben Werbung dafür. Finde das zum Teil gut, die Möglichkeit zu haben und sich mitzuteilen aber auch wieder nervig weil meist alles gleich aussieht. Ich poste auch hauptsächlich Reise Fotos aber auch private Schnappschüsse, Essen nur sehr selten um Erinnerungen zu schaffen, auf meinen Blog aufmerksam zu machen und mich mit anderen auszutauschen. Negative Beiträge poste ich aber auch zwar nicht viel und auch keine Depri Texte oder so, aber eben authentische Dinge wie Fernbeziehungs-vermissen oder darüber das niemand perfekt ist und man sich seine Fehler eingestehen und akzeptieren soll (ich bin absolut orientierungslos die meiste Zeit in jeder Hinsicht aber so bin ich halt). Also ab und zu, zeige ich auch mein nicht perfektes Leben 😉

    Liebe Grüße
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

    P.S. Es würde mich freuen wenn du bei mir vorbei schauen würdest, leider muss ich Werbung für meinen Souvenir Haul und mein erstes Gewinnspiel machen, ich hoffe du verzeihst mir! 😀

    1. Izabela sagt: Antworten

      Hallo liebe Jasmin,
      vielen Dank für deinen so ausführlichen Kommentar und Beitrag zu diesem Thema. Auch ich habe vor diesem Blog nur Facebook und Whatsapp genutzt. Nun bin ich eigentlich überall aktiv und irgendwie habe ich es auch angefangen zu mögen. Aber manchmal stört es ein wenig, wie du richtig sagst, dass man wirklich alles postet und alles dadurch sehr ähnlich aussieht.
      Ich schaue gleich bei dir vorbei 🙂
      Liebe Grüße!

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