Soll ich ein Urlaubssemester für das Auslandssemester beantragen? Ja oder nein?

Planst du in naher Zukunft ins Auslandssemester zu gehen? Ob Erasmus+ oder ein anderes Programm, es gibt viele Dinge, die du beachten musst. Heute möchte ich dich rund um das Thema Urlaubssemester aufklären.

Wie du das richtige Land für dich findest, kannst du hier nachlesen.

Was ist ein Urlaubssemester?

Ein Urlaubssemester kann jeder an einer deutschen Universität eingeschriebe Student beantragen, wenn er sich mindestens 3-4 Monate im Auslands befindet. Der Studienplatz an der inländischen Hochschule bleibt trotz Beurlaubung erhalten. Allerdings ist es nicht möglich, während des Urlaubssemesters Kurse an der Heimatuni zu belgen oder Klausuren zu schreiben.

Diese Unterbrechung des Studiums zählt nicht zu den Fachsemester, sondern nur zu den allgemeinen Hochschulsemestern. Das bedeutet, dass man nach dem Urlaubssemester weiterstudiert, als hätte es die Pause nicht gegeben.

„Sagen wir, man geht nach dem dritten Fachsemester ins Ausland, dann macht man nach der Rückkehr regulär im vierten Fachsemester weiter. Dieser Studierende befindet sich dann allerdings bereits im fünften Hochschulsemester.“

Den Antrag auf diese Beurlaubung stellt man in den meisten Unis beim Immatrikulationsamt. Am Besten ist es, dies bereits einige Woche vor der offiziellen Rückmeldung für das kommende Semester zu tun, um eventuell von zusätzlichen Gebühren befreit zu werden. Denn obwohl man ins Ausland geht, muss man den Semesterbeitrag an der heimischen Universität trotzdem bezahlen. Befreit werden kann man durch die Beurlaubung allerdings, z.B., vom Bahnticket, wenn man nachweist, dass man sich bis zum Semesterende nicht in der Heimat aufhalten wird.

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Gründe für ein Urlaubssemester

Natürlich kann man sich nicht nur beurlauben lassen, wenn man ins Ausland geht. Denn auch in seiner Heimat läuft nicht immer alles wie geplant. Doch „einfach so“ erlaubt die Universität nicht, ein bis zwei Semester lang nicht zu erscheinen.

Jede Uni legt eigenständig fest, welche Gründe eine Beurlaubung zulassen. Nachfolgend findest du die gängisten:

  • Auslandssemester
  • Praktikum
  • Arbeiten, um das Studium zu finanzieren
  • Krankheit
  • Schwangerschaft
  • Kindererziehung
  • Pflege von Angehörigen

Diese Gründe werden natürlich nicht einfach so akzeptiert, sondern müssen nachgewiesen werden.

Welche Nachteile bringt die Beurlaubung?

Einen Nachteil der Beurlaubung stellt das folgende Problem dar: viele Universitäten erkennen die erbrachten Leistungen im Ausland nicht an, da sie innerhalb des Urlaubssemester erworben wurden. Du solltest dich also zunächst informieren, wie es bei dieser Regelung um deinen Studiengang an deiner Uni steht. In meinem Studiengang, z.B., ist es möglich, sich die Leistungen anerkennen zu lassen – für mich wäre es also eine Option. Da die meisten Studierenden mit mindestens 6 ECTS-Punkten – also einem abgeschlossenen Kurs – wiederkehren müssen, um das Auslandssemester angerechnet zu bekommen, ist die Beurlaubung für viele leider keine Option.

Viele Studenten gehen einem Job als Werkstudent nach. Dies ist im Urlaubssemester nicht mehr möglich, da ihr nicht mehr am Studienbetrieb teilnehmt.

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Welche Vorteile bringt ein Urlaubssemester?

Der wohl bedeutenste Vorteil ist, dass man nach dem Auslandsaufenthalt im selben Semester weitermachen kann wie davor. Somit ist es möglich, 7 Hochschulsemester lang zu studieren und trotzdem im 6. Fachsemester zu sein. Dies kann dich außerdem davor bewahren, jedes Mal erneut erklären zu müssen, wieso du dein Studium nicht in der Regelstudienzeit geschafft hast.

Dieser Vorteil ist wichtig, wenn man sein Studium über das BAföG finanziert. Wie du vielleicht weißt, wird dabei nur die Regelstudienzeit im Erststudium gefördert. Meistens handelt es sich dabei im Bachelor um 6 Semester. Viele Studierende, die im Ausland waren, benötigen häufig noch ein bis zwei Semester mehr, um das Studium abzuschließen. Wenn man offiziell ein Urlaubssemester hatte, ist es möglich, auch im 7. Semester noch Geld zu erhalten.

Allerdings (!): wenn dein Auslandssemester bereits früher endet als an deiner deutschen Uni, erhältst du für den Zeitraum bis dein Inlands-Semester beginnt weder Inlands- noch Auslands-BAföG, weil du offiziell beurlaubt bist!

Ein weiterer Vorteil ist, dass man seinen Studentenstatus nicht verliert. Man kann weiterhin vom Semesterticket Gebrauch machen, ist weiterhin als Student versichert und kann satte Studentenrabatte nutzen.

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Sollte ich ein Urlaubssemester beantragen?

Du solltest es dir genau überlegen, ob du ein Urlaubssemester beantragst oder nicht. Wenn du ins Ausland gehst, dir deine Scheine anrechnen lassen kannst und dein Semester nicht schon im Januar endet, würde ich dir dazu raten. Denn endet es früher als das an deiner Inlandsuni könnte es kompliziert mit dem BAföG werden. Das BAfäG-Amt ist nämlich nicht dazu verpflichtet, dich in dieser Zeit zu fördern. Das Auslandsamt unterstützt dich nämlich nur in dem offiziellen Semesterzeitraum deiner ausländischen Universität. Danach müsste das Inlandsamt wieder greifen.

Wenn du dir jedoch leisten kannst, ein paar Monate ohne diese Unterstützung auszukommen, solltest du es in Erwähgung ziehen, ein Urlaubssemester zu beantragen. Allein, um das Studium in Regelstudienzeit abzuschließen, falls du es durch den Auslandsaufenthalt nicht mehr schaffen solltest.

Sollte deine Universität allerdings keine Scheine aus dem Urlaubssemester anrechen, ist das wohl keine Möglichkeit für dich. Denn die meisten Unis wollen, dass du mit ECTS-Punkten zurückkommst. Wenn du diese Noten nicht einbringen kannst, ist es als hättest du keine Leistungen erbracht.

Überleg es dir also gut. Sollte es möglich sein und dein Studium im Ausland nicht einschränken, würde ich dir dazu raten!

 

Wusstest du überhaupt, dass es diese Möglichkeit gibt?

 

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