Thessaloniki: 10 Tage Erasmus, Bougatsa und Regen

Wie du vielleicht durch meine Accounts auf diversen sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Instagram) mitbekommen hast, war ich 10 Tage lang in Thessaloniki, Griechenland. Hier habe ich eine Freundin besucht, die ihr Auslandssemester im Rahmen von Erasmus+ in der zweit größten Stadt Griechenlands verbringt. Die schönsten und beliebtesten Fotomomente vom griechischen Festland gab es bereits hier.

Erasmus+ ist ein Auslandsprogramm, an dem man teilnehmen kann, wenn man studiert. Im Grunde genommen heißt es nur, dass man an einer Partneruniversität seiner eigenen Uni im Ausland studiert. Erasmus steht nur innerhalb Europas zur Verfügung. Aber keine Sorge, auch außerhalb Europas gibt es solche Programme – sie heißen nur anders.

Vorgedanken

Vor der Abreise habe ich mir so gut wie keine Gedanken über diese Stadt gemacht. Viele hatten Bedenken, da Griechenland ja aktuell in der Krise ist und die Regierung gerade erst gewechselt hat. Doch auch in Madrid war ich ebenfalls zu diesem Zeitpunkt, Istanbul sollte man zur Zeit meines Besuches ebenfalls eher meiden.

Ich finde, dass man sich von davon nicht komplett beeinflussen lassen sollte. Natürlich darfst und solltest du deinem gesunden Menschenverstand vertrauen und dich ein wenig einlesen, wie gefährlich eine bestimmte Region wirklich ist. Ich habe aber auch über Ägypten und andere „Krisenländer“ gehört, dass nur bestimmte Gebiete ein wenig gefährlich sein könnten, das gesamte Land aber nur selten davon bedroht ist.

So bin ich also nach Thessaloniki gekommen. Ohne viel Vorrecherche, da meine Freundin dort ja bereits ist und mich vorgewarnt hätte, wenn es wirklich schlimm wäre. Ansonsten hätte ich mir diese Informationen aus dem Internet geholt. Erst vor Ort habe ich mir einen ersten Eindruck der Stadt gemacht. Ich denke, dass das auch gut so war. Denn unvoreingenommen hat man auch kaum Erwartungen und ist am Ende positiver überrascht.

1see meer sea olympus thessaloniki greece travelblog unsettled destination

Warum Thessaloniki?

Wie bereits erwähnt, habe ich eine Freundin besucht. Ich suche öfter meine Reiseziele danach aus, wo ich kaum bis kein Geld für die Unterkunft ausgeben muss. So suche ich entweder über Couchsurfing oder Airbnb eine Wohnung oder übernachte bei Bekannten, die in einer bestimmten Gegend wohnen. Das war hier der Fall.

Außerdem wollte ich sehen, was die zweitgrößte Stadt Griechenlands so zu bieten hat und wie das Erasmus-Leben hier aussieht. Denn auch für mich wird das Abenteuer Auslandssemester demnächst beginnen: ab September geht es für mich nämlich nach Istanbul! Und ich muss sagen, dass mir diese Reise noch mehr Lust auf meine eigenen Erlebnisse im Rahmen des Auslandsstudiums gemacht hat.

Erasmus und Leben in Thessaloniki

Zugegeben, ich liebe es, auf Reisen mit Einheimischen in Kontakt zu treten. Dieses Mal hatte ich eigentlich nur mit Erasmus-Studenten aus aller Welt zu tun. Lediglich im Supermarkt oder Restaurant habe ich mitbekommen, wie die Griechen so ticken. Trotzdem war es eine tolle, neue Erfahrung, die ich machen konnte.

Ich habe dadurch nämlich Einblicke in das Leben eines Auslandsstudenten gewonnen, die mir noch mehr Vorfreude auf Istanbul gemacht haben. Meiner Meinung nach, ist das ESN-/Erasmus-Netzwerk in dieser Großstadt wirklich gut entwickelt. Es werden unzählige Ausflüge, Events und Reisen veranstaltet, bei denen man neue Leute kennenlernen kann. Dadurch ist es unfassbar einfach, sich zu integrieren. Ich habe in diesen 10 Tage wirklich viele neue Menschen kennenlernt, die mich mit offenen Armen empfangen haben.

Außerdem ist Griechenland bzw. Thessaloniki sowohl in den Lebenshaltungskosten als auch im Hinblick auf Freizeitaktivitäten wirklich günstig. Die Mietpreise liegen weit unter denen, die wir von deutschen Großstädten gewohnt sind. Ein Busticket kostet 0,50 – 0,60 Cent. Als Student kommt man in fast jedes Museum und jede Sehenswürdigkeit kostenlos oder zumindest ermäßigt hinein.

Die Universitäten bieten verschiedene Möglichkeiten zum Geldsparen an. So gibt es eine kostenlose Mensa, die den Studierenden 3 Mal täglich eine ziemlich leckere Mahlzeit auf den Tisch zaubert. Das ist zwar nichts, was dir als Touristen etwas bringen würde. Jedoch spart man damit während seines Erasmus-Aufenthaltes viel Geld, das man ins Reisen investieren kann.

Das Einzige, das etwas kostspieliger ist als in Deutschland, sind die Supermärkte. Das leitet mich auch zu meinem nächsten Punkt weiter: Essen und Trinken ins Thessaloniki.

IMG_20130824_085623

Essen & Trinken

Wie bereits erwähnt, haben mich die Preise im Supermarkt ein klein wenig erschrocken. Denn die entsprechen so gar nicht dem Gesamteindruck, den ich von Thessaloniki gewonnen habe. Die Preise erinnerten mich eher an die nordischen Länder.

Daher ist es oftmals günstiger, auswärts essen zu gehen. Hier werden dir unzählige Möglichkeiten geboten. Allerdings ist das Essen leider nicht sonderlich gesund, sondern eher fettig und mit viel Öl. Trotzdem musste ich – wie auf jeder Reise – traditionelles Essen und Trinken aus der Region bzw. dem Land probieren. Und dazu zählen nicht nur Gyros und Ouzo. Zwar unterscheidet sich die griechische Küche nicht signifikant von der türkischen, trotzdem gibt es einige Dinge, die man so nur hier findet.

Wenn du mich auf Instagram verfolgst, hast du vielleicht schon mitbekommen, dass ich der Sucht nach Bougatsa verfallen bin. Ich liebe dieses Blätterteiggebäck mit Grießfüllung und Zimt und Zucker. Die herzhaften Varianten erinnern mich sehr an das türkische Börek. In der süßen Form habe ich dies in der Türkei allerdings noch nicht gefunden.

bougatsa greece griechenland thessaloniki reiseblog travel

Ich kann dir empfehlen, diese Köstlichkeit nicht direkt im Zentrum auf der Shoppingstraße, sondern in der Nähe vom Weißen Turm zu essen. In der Mitropoleos Str. gibt es, meiner Meinung nach, die beste Bougatsa der Stadt. Und ich habe viele Läden getestet. Probier diese Leckerei auf jeden Fall, wenn du einmal die Möglichkeit hast. Denn ich vermisse sie jetzt schon und bin in Berlin auf der Suche nach einem Laden, der sie anbietet. Sicherlich wird dies allerdings teurer als 1,80 Euro sein. Dies ist der Preis, den ich überall dafür zahlen musste.

Was bei deinem Besuch in Griechenland natürlich nicht fehlen darf, ist ein Besuch in einer der bekannten Tavernen. Hierfür kann ich den BitBazaar empfehlen, der nicht nur von Touristen besucht wird. Auf dem Gelände findest du unzählige Tavernen und kannst dir deine liebste Location aussuchen. Allerdings solltest du nicht unbedingt an einem Freitag- oder Samstagabend dein Glück versuchen, denn die Tavernen sind zu dieser Zeit immer komplett voll und ausgebucht.

Ein Tavernenbesuch beinhaltet meistens kleinere Gerichte, ähnlich wie spanische Tapas und Wein. Wenn du Wein nicht magst, kannst du gerne an Rakomelo versuchen. Dies ist ein alkoholisches Getränk, das warm serviert wird und mich irgendwie ein wenig an Glühwein erinnert hat. Der Name setzt sich aus „raki“ und „meli“ (Honig) zusammen und schmeckt süßlich.

Im Allgemeinen gibt man in Griechenland kein Trinkgeld, das ist schon in die Preise mit eingerechnet.

Sehenswürdigkeiten

thessaloniki panorama reiseblog unsettled destination

Das Panorama von Thessaloniki entspricht, meiner Meinung nach, dem bekannten Bild aus allen südlichen Ländern. Typisch griechisch triffst du aber auch hier, genauso wie in Athen, an jeder Ecke auf historische Überbleibsel von früheren Zeiten. Beeindruckend, oder?

1ueberreste athen thessaloniki greece unsettle destination travelblog

Neben vielen Museen, wie verschiedenen historischen, dem Atatürk sowie dem Filmmuseum, erwarten dich in Thessaloniki auch einige Cafés und leckere Restaurants. Mein besonderes Highlight in der Rubrik Sehenswürdigkeiten: Regenschirme mitten an der Promenade. Tolle Fotomomente können hier entstehen.

thessaloniki umbrellas unsettled destination reiseblog

umbrella thessaloniki unsettled destination reiseblog

Warum ich Spanien trotzdem lieber mag

Die Griechen sind wirklich sehr liebe und hilfsbereite Menschen. Da wir kein Griechisch sprechen oder lesen konnten, haben wir die Einheimischen oft nach Hilfe gefragt. Die Meisten haben uns sogar bis zu der Straße hin begleitet, in die wir wollten. Das ist etwas, was mich sehr an Istanbul erinnert hat und mir die Griechen sehr sympathisch gemacht hat.

Was mich allerdings gestört hat – und ja, das mag eventuell ein wenig nach einem Malle-Urlauber klingen, der sich über das Fehlen von deutschen Fernsehsendern im Hotel beschwert – war, dass hier wirklich alles in griechisch geschrieben wird. Im Supermarkt, im Museum und auf der Straße bereitete es uns daher manchmal Schwierigkeiten. Denn wenn man den Straßennamen nicht lesen kann, weiß man auch nicht, wo man sich befindet. Nur wenige Straßen wurden auch in der uns bekannten, lateinischen Schrift notiert. Im Supermarkt konnte man oft nur erahnen, was man gerade kauft und auch im Restaurant gab es nicht immer englische Übersetzungen.

Im Normalfall habe ich damit keine Probleme, solange man es bequem ins Wörterbuch eingeben kann. So stand ich in Istanbul manchmal gut 40 Minuten vor einem Regal und habe mir die Begriffe mit Freude übersetzt, da ich gerne neue Sprachen lerne. Hier allerdings ist es kaum möglich gewesen, da meine Handytastatur die griechischen Buchstaben nicht kannte. Das hat mich nach einiger Zeit wirklich ein wenig gestört.

 

Warst du schon einmal auf dem griechischen Festland?

9 Kommentare

  1. Ohh, traumhafte Bilder! Da bekomm ich gleich hunger und durst auf einen leckeren Cocktail!

  2. Oh, das Sprachproblem kann ich gut nachvollziehen! Im Griechischen kann man sich ja die Wörter noch nicht einmal herleiten, wenn man die Buchstaben nicht kennt! 😀
    Herzliche Grüße,
    Marie <3

    1. Izabela sagt: Antworten

      Genau so ging es uns. Manchmal hätte ich schon gerne gewusst, was in der Karte steht. 😀

  3. Das klingt wirklich toll. Du verschaffst einem einen tollen Überblick!

  4. Ich muss zugeben, ich habe von der Stadt noch nie wirklich was gehört, ganz schön peinlich.
    Deine Eindrücke klingen aber echt gut (das mit den fehlenden Übersetzungen mal abgesehen) muss ja ein Traumurlaub sein, wenn Essengehen günstiger ist als einkaufen. 😀

    1. Izabela sagt: Antworten

      Wenn das Wetter gut ist, auf jeden Fall 😀

    2. Izabela sagt: Antworten

      Auf jeden Fall ist es das, bei gutem Wetter. Viele schöne Orte sind auch schnell erreicht von Thessaloniki aus 🙂

  5. Linda sagt: Antworten

    Oh, das kenne ich, Sprachprobleme sind machmal echt kompliziert! Zum Glück kann man Griechisch, aber auch andere Sprachen wie zum Beispiel Russisch, nachinstallieren 🙂

    Ich wünsch dir einen schönen Abend!
    Liebst, Linda

    1. Izabela sagt: Antworten

      Wäre ich dort länger geblieben, hätte ich es definitiv gemacht. Aber so war es mir meinen Speicherplatz auf dem Handy nicht wert. 🙂

Schreibe einen Kommentar