Warum ich nicht mehr mit dem Bus durch Europa fahren würde

Letzten Sommer habe ich gemeinsam mit einer Freundin  einen mehrwöchigen Trip durch Europa gemacht. 10 Städte, 100 Jugendliche und 1 Bus – das würde unser Leben für die nächsten Wochen sein.

Einerseits war es eine interessante Erfahrung, andererseits wir es wohl auch für lange Zeit die erste und letzte bleiben. In diesem Blogpost möchte ich dir die Gründe dafür nennen. An dieser Stelle soll aber ganz klar betont werden, dass ich es jedem ans Herz lege, durch Europa zu reisen. Denn auch unser Kontinent hat viele spannende Ecken zu bieten.

Interrail, Bustour oder Roadtrip?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich innerhalb Europas fortzubewegen:

Man kann sich mit ein paar Freunden ein Auto mieten und daraus einen Roadtrip machen. Das stelle ich mir aber auf Dauer nicht nur ziemlich kostspielig, sondern auch anstrengend vor. Denn die Benzinpreise sind aktuell so hoch wie noch nie und nicht jeder hat einen Führerschein, traut sich zu lange Strecken zu fahren oder entspricht dem vorgegebenen Mindestalter der Vermietungsfirma.

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Für alle, die keinen Führerschein besitzen oder einfach keine Verantwortung übernehmen möchten gibt es folgende Optionen: Interrail. Hier kauft man ein Zugticket das in bestimmten Ländern gilt und fährt an frei wählbaren Tagen von Ort zu Ort. Meiner Meinung nach ist der Preis für dieses Ticket allerdings ziemlich hoch. Außerdem kann man davon nicht im eigenen Land Gebrauch machen, weshalb mindestens ein zusätzlicher Fahrschein erworben werden muss. Mindestens, denn in Ländern wie Spanien oder Frankreich muss man häufig noch drauf zahlen, um nicht mit den Regionalzügen fahren zu müssen. Allerdings sind diese Kosten keine Überraschung, da sie in allen Foren und auf allen Internetseiten, die sich mit dem Thema befassen, offen aufgezeigt werden. Ich war sogar schon kurz davor, mir ein solches Ticket zu kaufen, aber dann fand ich eine andere Möglichkeit, die mich auf Anhieb überzeugt hat.

Die Vor- und Nachteile einer Bustour

Eine Freundin und ich haben einen Veranstalter gefunden, der Bustouren durch Europa organisiert. Im Preis enthalten sind nicht nur die Fahrt- und Übernachtungskosten, sondern auch eine Auslandskrankenversicherung und unser persönlicher Reiseführer. Da hier keinerlei Zusatzkosten auf uns zu kamen, entschieden wir uns dafür. Das Einzige, das wir jetzt noch bezahlen mussten, war unsere Freizeitgestaltung.

Es war eine außergewöhnliche Erfahrung, die ich aber nur eingeschränkt wiederholen würde. Wenn man einen Monat im Bus unterwegs ist und dort manchmal sogar schläft, können folgende Nebeneffekte auftreten: nicht immer wollen alle Fahrgäste zur selben Zeit schlafen. Während du übermüdet am Liebsten sofort die Augen schließen möchtest, wollen die Leute im hinteren Teil des Busses lieber trinken, laut Musik hören oder lautstark über Gott und die Welt diskutieren. Wenn eine Person krank wird, kannst du dir sicher sein, dass bald alle Mitfahrer ebenfalls anfangen, zu husten und mit triefender Nase herum laufen. Ein weiterer Nachteil von so langen Busfahrten ist, dass nach einiger Zeit die Füße anschwellen, weil man sich zu wenig bewegt. Auf unserer Fahrt ist es zum Ende hin eigentlich jedem passiert.

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Ein klarer Vorteil von Bustouren durch Europa ist, dass man sein Gepäck beim Entdecken der Stadt nicht ständig bei sich tragen muss, sondern nur mit Kamera und Geld bewaffnet losziehen kann. Außerdem lernt man ziemlich schnell neue Leute kennen, mit denen man sich gemeinsam ins Abenteuer stürzen kann. Jedoch sind es natürlich keine Einheimischen. Aber bei so vielen Ortwechseln innerhalb so kurzer Zeit gestaltet sich dies auch ziemlich schwierig.

Ich könnte mir vorstellen, noch einmal an einer solchen Busreise teilzunehmen, aber nur unter folgenden Voraussetzungen: man bleibt länger an einem Ort und hat mehr Übernachtungen in einem echten Bett. Denn die letzten Städte konnten wir kaum noch genießen, da wir so müde und kaputt vom ständigen Busfahren waren. Solltest du in Erwägung ziehen, eine solche Reise zu buchen, rate ich dir, genau zu schauen, wie oft ein Hostel, Hotel oder Apartment zur Verfügung gestellt wird.

6 Kommentare

  1. Ich kann mir vorstellen, dass das ganze auf Dauer einem wirklich auf die Nerven gehen kann! Vorallem wenn man schlafen möchte, die anderen jedoch nicht daran denken. (Wäre für mich ein großer Faktor für zickig sein und schlechte Laune haben. :D) Den Grundgedanken finde ich jedoch sehr cool, vorallem den Aspekt, dass man in kurzer Zeit unglaublich viele, neue Leute kennenlernt!

    Alles ♥
    Selly
    von SellysSecrets

  2. Hört sich nach einem echt coolen Abenteuer an, wäre aber glaube ich auch nichts für mich. Finde schon einen Tag im Bus total anstregend xD

  3. Mona sagt: Antworten

    Puh ich fand schon unsere Reisen in der Oberstufe anstrengend (nach London und in die Toskana, beide Male über 20 Std Busfahrt) und sah aus wie ein Gespenst komplett neben der Spur. Unser Roadtrip mit dem Auto durch Frankreich hat dagegen richtig viel Spaß gemacht. Ich bin wohl einfach nicht so der Bus-Typ 🙂 Aber die Möglichkeit einmal quer durch Europa zu Reisen ist auf jeden Fall cool.
    Liebe Grüße, Mona von Belle Mélange

    1. Izabela sagt: Antworten

      Ja, ich glaube ich persönlich bin auch eher der Roadtrip-Typ 😀 Busfahrten können genauso wie Bahnfahrten ziemlich schlauchen. Beim Autofahren mit der Musik kann man wirklich viel Spaß haben. 🙂 Grüße!

  4. Ich weiss ja nicht, was du da konkret für die Busreise bezahlt hast, aber ein Auto zu mieten ist eigentlich eine recht günstige Option. In vielen europäischen Ländern findest du bereits ab etwa 10 Euro pro Tag einen Kleinwagen. Die brauchen dann auch nur etwa 5 Liter pro 100 Kilometer. Wenn du nun nicht wahnsinnig viele Kilometer machen willst und nicht alleine reist, dann ist so ein Mietwagen defintiv eine der besten Optionen, finde ich.

    1. Izabela sagt: Antworten

      Auf jeden Fall ist es eine der entspanntesten Optionen auf die auch ich wieder zurückgreifen würde, wenn ich erneut einen Roadtrip zu machen plane. 🙂

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