Wie werde ich Aupair und was sollte ich beachten?

Heute möchte ich mit dir darüber sprechen, wie du Aupair werden kannst und worauf du bei deiner Suche nach einer geeigneten Familie achten solltest, damit „nichts schief geht“. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass trotzdem keine Probleme aufkommen. Dennoch sollten dir die folgenden Worte eines ehemaligen Aupairs weiterhelfen.

1. Was ist Aupair?

Zunächst möchte ich darüber sprechen, was Aupair denn überhaupt ist, welche Tätigkeiten Aupairs übernehmen und welche Voraussetzungen du mitbringen solltest, um auch wirklich für diesen Job geeignet zu sein.

Aupairs sind im Normalfall junge Frauen, die nach ihrem Abitur oder während ihres Studiums gerne längere Zeit im Ausland leben möchten. Weil du nicht auf Kinder aufpassen kannst, wenn du noch gesetzlich selbst als solches durchgehst, musst du mindestens 18 und darfst höchstens 30 Jahre alt sein. Männliche Aupairs habe ich ebenfalls kennengelernt, die sind aber eher seltener auf dem Gebiet zu finden.

Es handelt sich um eine der wohl günstigsten Arten, ins Ausland zu kommen, da man (im Normalfall) weder für Miete noch für Lebensmittel finanziell aufkommen muss. Im Gegenzug kümmert man sich allerdings für ein kleines Taschengeld um die Kinder der Familie. Diese Summe variiert je nach Land und Tätigkeit, da nicht überall von den gleichen Lebenshaltungskosten ausgegangen werden kann. In vielen Ländern sind Aupairs außerdem für das Sprachenlernen zuständig und sprechen mit den Kindern nur auf Englisch oder Deutsch, damit diese ihre Kenntnisse verbessern.

Besonders in den englischsprachigen Ländern ist es üblich, dem Aupair, aufgrund von weiteren Distanzen, die sie zurücklegen muss, ein Auto zur Verfügung zu stellen. Doch das gehört eigentlich genauso wenig zur „Normalausstattung“, wie ein eigenes Badezimmer. Meistens teilt man sich dieses mit den Kindern.

2. Erste Gedanken bevor die Suche losgeht

Zunächst solltest du dir überlegen, ob das Aupair-Dasein wirklich das Richtige für dich ist. Ich mag Kinder, habe früher als „Nebenjob“ Nachhilfe gegeben, gebabysittet und viel Zeit mit den Kleinen verbracht, weil es mir Spaß gemacht hat. Im Nachhinein muss ich allerdings sagen, das ist nicht genug! Vielleicht wäre Work&Travel oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (schließt das Arbeiten mit Kindern nicht unbedingt aus!) besser auf dich und deine Persönlichkeit zugeschnitten? Trotzdem will ich niemandem davon abraten, diese Erfahrung einmal gemacht zu haben, denn schließlich gibt es kaum einen günstigeren Weg, so viel Zeit für so wenig Geld in einem anderen Land zu verbringen.

Meiner Meinung nach stellt man sich als frisch gebackene Abiturientin unter dem Aupairsein etwas anderes vor, als es das im Endeffekt ist. Zumindest war das bei mir und meinen Freundinnen so, da wir es zu sehr mit einem Auslandsjahr während der Schulzeit verglichen haben. Du musst dir vor Augen halten, dass du dafür bezahlt wirst, zusammen mit dieser Familie zu wohnen und dementsprechend auch eine Art Arbeitskraft darstellst, die – nachdem ihr „Dienst“ zu Ende ist – nicht nach Hause geht. Wer schon einmal seinen Arbeitsplatz und Wohnort in einem hatte, weiß, dass es nicht immer leicht ist, mit so einer Situation umzugehen, weil man quasi „auf der Arbeit wohnt“ und viele Familien keine klaren Arbeitszeiten vorgeben. Da kann es schon einmal passieren, dass du dich plötzlich um 10 Uhr Morgens an einem Sonntag am Frühstückstisch beim Mathehausaufgabenmachen wiederfindest. Aber schließlich bist du ja auch ein Teil der Familie und irgendwo auch die „große Schwester“, mit der sie gerne Zeit verbringen.

 

Trotzdem können Kinder nicht nur kleine Teufelchen sein, sondern manchmal auch so süß, dass du sie am Liebsten aufessen würdest. Deshalb möchte ich an dieser Stelle betonen, dass ich diese Tätigkeit nicht schlecht rede, da sie auf jeden Fall ein prägendes Erlebnis in meinem Leben darstellt. Ich hätte dennoch einiges anders gemacht, wenn ich noch einmal die Chance dazu hätte. So, z.B., das Folgende:

2. Die Länge des Aufenthaltes

Vor meiner Zeit als Aupair bin ich davon ausgegangen, dass eigentlich jeder für mindestens ein Jahr ins Ausland geht und die Kinder über das gesamte Schuljahr hinweg begleitet. Da ich bereits im Sommer angekommen, habe ich sehr viele sogenannte „Sommer-Aupairs“ kennengelernt, die nur für die Zeit ihrer Semesterferien eine Beschäftigung oder eine günstige Reisealternative gesucht haben. Schließlich müssen die Kinder auch während ihrer Ferienzeit betreut werden. Erst ab September trudelten dann die meisten der „normalen“ Aupairs ein.

Auch darüber solltest du dir unbedingt Gedanken machen. Mein Tipp, wenn du dir noch unsicher bist, wie lange du bleiben magst: such dir zunächst eine Stelle als Sommer-Aupair. Falls deine Familie und du euch gut verstehen und sie auch für die Schulzeit jemanden benötigen, könntest du sie nach einer Verlängerung fragen. Und wenn sie bereits jemanden haben oder niemanden suchen: vielleicht haben sie Bekannte, die noch kein passendes Aupair für sich gefunden haben? Und falls all diese Optionen nicht zur Auswahl stehen: in Großstädten sind gefühlt 1000 Familien ständig auf der Suche nach jemandem. Fündig wirst du definitiv!

 

Nachdem du entschieden hast, wie lange du bleibst, kann deine Suche starten. Nun steht noch die große Frage offen, ob du dich selbstständig auf den Weg machst, die passende Familie für dich zu finden oder diese Arbeit einer Agentur überlässt. Hier habe ich mich bereits mit diesem Thema auseinander gesetzt und hoffe, dass dir damit die Entscheidung leichter fällt.

 

Würdest du dich eventuell dazu entscheiden, einmal als Aupair ins Ausland zu gehen? Teile es mir in den Kommentaren mit! 🙂

 

9 Kommentare

  1. im nachhinein wäre ich gerne mal ein jahr oder ein halbes als aupair ins ausland gegangen (vielleicht australien oder frankreich oder so). aber nach dem abi wollte ich unbedingt sofort studieren und alles. jetzt ist es irgendwie zu spät. ist schade, aber naja. ich reise einfach so überall hin und wo ich will und dank den semesterferien kann ich ja auch immer etwas länger bleiben 🙂

    liebst, laura

    1. Izabela sagt: Antworten

      Also ich denke als Sommeraupair könntest du trotzdem noch einmal gehen. Frankreich ist dafür perfekt, da es in Europa liegt und es kurzfristig möglich ist 🙂

  2. Mara sagt: Antworten

    Ich wollte es früher absolut gerne mal nach der Schule wagen, aber irgendwie hat es sich dann verlaufen mit der Idee. Bzw es gab dann auch eine lange Beziehung und dann hatte ich irgendwie auch den Hintern nicht mehr in der Hose… 😀

  3. Früher wollte ich das auch unbedingt nach dem Abi machen, aber dann hab ich meinen Wunsch-Studienplatz direkt im Anschluss bekommen, so dass nichts mehr draus wurde. Aber bestimmt eine tolle Erfahrung.
    Liebe Grüße, Mona von Belle Mélange

  4. Ich wollte früher auch mal Aupair werden, bin dann aber wegen Ausbildung etc. Nie dazu gekommen. Wäre bestimmt eine tolle Erfahrung gewesen. Ich glaube ich hätte mich für die USA oder England interessiert.

  5. Das sind ja tolle Tipps 🙂 mag die art wie du schreibst!

    1. Izabela sagt: Antworten

      Danke 🙂

  6. Einen echt tollen Blog hast du da!
    Vor allem weil mich das Thema grade betrifft, weil ich nächstes Jahr auch ins Ausland möchte, nur noch nicht weiß ob als Au-Pair oder nicht.
    Also danke für die ganzen Informationen, ich schau gleich mal weiter! 😀

    Liebe Grüße
    Shanice

    1. Izabela sagt: Antworten

      Danke 🙂

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